Scheidung über Facebook erlaubt

Posted on by Redaktion Computerklar.de

Die Amerikaner sind deutlich weiter als wir. Das zeigt ein aktueller Scheidungsfall. Die Ehefrau wollte die Scheidung einreichen. Der Aufenthaltsort des Ehemannes war aber bereits seit Langem unbekannt. Nun gab ein Gericht Ihrem Antrag statt, dass die Scheidungspapiere rechtsverbindlich per Facebook übermittelt werden können. Das Ganze hat sich in New York ereignet. Der Ehemann ist bereits seit der Hochzeit unauffindbar. Zwar ist die Frau bereits seit 2009 mit dem Mann verheiratet, zusammengewohnt haben die beiden aber nie. Das New York Supreme Court erlaubte daher die Zustellung der Scheidungspapiere über Facebook. Weder konnte auf sonstigem Wege der Aufenthaltsort oder ein Arbeitgeber ausfindig gemacht werden. Die Ehefrau engagierte sogar einen Privatdetektiv, der aber keinen Erfolg hatte. Da es als unwahrscheinlich galt, dass der Ehemann eine Information über die Scheidung per Zeitungsanzeige lesen würde, hatte der Richter Matthew Cooper diesen ungewöhnlichen Weg gestattet. Vielleicht wäre statt der Scheidung ein wenig mehr Leidenschaft und Partnerschaft wichtiger gewesen, um die Beziehung wieder zu glätten. Der Gang über Facebook als Scheidungsweg erscheint für Europäer zunächst ein wenig merkwürdig, sogar kurios. Aber in diesem Fall schien es die einzig mögliche Alternative zu sein. Viele kennen das sicherlich auch aus ihrem Land. Sie wollen die Scheidung, doch der ehemalige Partner ist untergetaucht. Damit wird der Weg zur gerichtlichen Trennung deutlich erschwert und beinahe unzumutbar.

Wöchentlich eine Nachricht

Allerdings legte der Richter auch fest, dass eine Nachricht über Facebook keinesfalls ausreichend sei. So wurde der Anwalt der Ehefrau verpflichtet, wöchentlich eine Nachricht über mehr als einen Monat an den Ehemann über Facebook zu schicken, sowie zusätzlich eine SMS über das Handy. Gleichfalls muss er versuchen, den Ehemann in dieser Zeit telefonisch zu erreichen. Unter diesen Voraussetzungen gelten die Scheidungspapiere als zugestellt.

Das sich die Wege bereits gleich nach der Hochzeit trennten soll daran gelegen haben, das der Ehemann eine Hochzeitszeremonie in Ghana ablehnte.- Das Heimatland der Beiden.

Zustellung über Facebook

Die Entscheidung in New York ist aber nicht die erste dieser Art. Zwar gibt es bislang wenige, doch einige lassen sich finden. So in Neuseeland. Dort hatte ebenfalls ein Gericht die Zustellung über Facebook als rechtlich wirksam angesehen. Viele US-Juristen sehen die Zustellung über Facebook mittlerweile sogar als legitim an. In Australien wurde sogar vor einigen Jahren ein Pfändungsdokument über Facebook für das Eigenheim übermitteln. Das australische Gericht gab diesem Antrag statt, da die Schuldner auf normalem Wege nicht zu erreichen waren. In Deutschland wäre das allerdings undenkbar. Jedoch wird Facebook bei uns immer öfters zu Fahndungsmaßnahmen herangezogen. Immerhin bietet das Soziale Netzwerk einen bisher nie bekannten Informationszugriff. Sicherlich wird es auch künftig noch aufsehenerregende Fälle geben, in den amtliche Mitteilungen über Facebook und Co. verschickt werden.

Facebook als Datenkrake uninteressant

Ein ganz anderer Fakt weckt immer wieder unsere Neugierde. So ist bekannt, dass ein Nutzer mit mindestens 10 Freunden relativ leicht studiert werden kann. So kann von diesem schnell eine Personenanalyse erstellt werden. Umso mehr Freunde vorhanden sind, umso einfacher sind auch seine sexuellen Neigungen offenkundig. Dennoch scheint dieses sehr befremdliche niemand wirklich zu interessierten. Private Bilder, sehr persönliches und weiteres wird auf Facebook eingestellt. Wer dazu noch WhatsApp nutzt, hat praktisch sein gesamtes Leben dem Konzern anvertraut, das mit dem Verkauf dieser Analysen indirekt viel Geld erwirtschaftet.

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